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Apani Dhani- Eine Öko- und Urlaubsfarm in Indien

Wohnung + Gesundheit (Germany)- 9/96, Apani Dhani – Eine Öko und Urlaubsfarm in Indien" by U. Braun

Kleine Farmen und traditionelle Landwirtschaft sind noch üblich in Indien, auch weil das Geld für Chemeprodukte meistens fehlt. Gleichzeitig gibt es jedoch auch einen Trend zu Großplantagen.

Inden Medien wird Werbung für Düngemittel, Pestizide und
Hybridsaatgut gemacht. Immer mehr kleine Farmen geben auf, und die Menschen ziehen in die Großstädte.

Apani Dhani möchte zeigen, daß traditionelle Formen, wenn sie ergänzt werden durch einfache moderne Technologien, wirtschaftlich und zukunftsträchitg sind, möchte Beispiele geben, Neugier und Interesse wecken und Nachahmen anregen.

Apani Dhani liegt in Rajasthan im Nordwesten Indiens außerhalb der Kleinstadt Nawalgarh, ca. 300 km südwestlich von Dehli. Die Farm existiert seit März 1990 als Familienprojekt. Hauptverantwortlicher und Initiator ist Ramesh C. Jangid, der während eines mehrjährigen Aufenthalts in Europa mit der europäisschen Ökologiebewegung in Berührung kam und sich zum Ziel setzte, diese
Gedanken in Indien umzusetzen.

Die 1 ha große Farm ist in Wohnbereich, Gemüseanbau und Viehhaltung aufgeteilt. Die Gemüseanbau-fläche ist teilweise von Pampasgras umgeben und in viele kleine Felder unterteilt. Angebaut werden Blumenkohl, Salat (mit deutschem Samen), Buschtomaten, Koriander, Zwiebeln, Knoblauch, Weizen, Rettich, Senf, Verschiedene Linsensorten, Sojabohnen, Gurken, wassermelonen, Kürbisse, Auberginen, Hirse, Kartoffeln und Viehfutter. In jeder vegetationsperiode werden die Beete unterschiedlich bepflanzt, d.h.Pflanzen, die dem Boden viele Nährstoffe entziehen abwechselnd mit solchen, die wenig Nährstoffe entziehen abwechselnd mit solchen, die wenig Nährstoffe entziehen.

Die Samen bzw. Setzlinge stammen von Farmen aus der Umgebung, die noch traditionell bewirtschaftet werden und lokale "alte" Sorten verwenden

Das Wasser stammt aus einem eigenen Brunnen, der 70 m tief ist und mit einer Pumpe betrieben wird (diese Brunnen bedeuten sicherlich einegroß Erleichterung, führen allerdings auch zu einem absinken des Grundwasserspiegels). Das Wasser wird über Plastikschläuche (um Wasserverluste einzuschränken) in ein offenes Kanalsystem eingeleitet, von dem aus die Beete wahlweise und einzeln bewässert werden können. Eine geniale, einfache, wenn auch aufwendige methode. Die Beete haben eine durchschnittliche Größe von 2x3 m und sind von kleinen, etwa 15 cm hohen Erd-bzw. Sandwällen umgeben. Wird dieser Wall an einer Stelle geöffnet, fließt Wasser aus dem Kanal ins Beet. Das Viehareal ist vom Gemüsefeld durch eine Dornenhecke und Stacheldraht abgetrennt.

Die Milch der Tiere wird im Tee ("Tschai") getrunken und zu Butter und Yoghurt verarbeitet.

Weibliche Tiere werden nicht als Zugtiere verwendet; zum Pflügen werden männliche Büffel oder Kamele von Nachbarfarmen ausgeliehen.

Die Exkremente der Tiere werden eingesammelt und in einer Biogasanlage verwertet. Die entstehende Trockenmasse wird- neben Holzasche- zur Düngung der Beete verwendet. Das freiwerdende Methan dient in der Küche zum Kochen. Die Wartung der Biogasanlage ist minimal im Vergleich zum Aufwand, in dieser kargen Gegend feuerholz zusammeln. Jede Einsparung von Feuerholz schränkt das Abholzen der letzten verbliebenen Waldflächen ein. Außerdem entfällt der bei Holzsowie Kuhfladen erbrennung Rauch, der u.a. in geschlossenen Ortschaften ein Probleme darstellt.

A Gelände gekauft wurde, gab es keine Gebäude darauf. Heute stehen dort fünf runde Hütten und zwei aus gebrannten Ziegeln gebaute größere Häuser, die mit Lehm verputzt sind und so zu einem harmonischen Gesamtbild beitragen.

Die Rundhütten haben einen Durchmesser von 4-6 m (Abb. 1). Sie sind in ortstypischer, traditioneller Bauweise und aus örtlichen Materialien gebaut, ans Klima angepaßt und gesundheitlich unbedenklich bzw.sogar förderlich. Dadurch, daß ausländische Touristen bevorzugt in diesen Hütten wohnen statt in modernen Stahlbetonhäusern (leider sehr verbreitet in Indien), werden sie in den Augen der menschen beginnen, stolz auf ihre Traditionen zu sein, statt sich ihrer zu schämen.

Als Baumaterialien dienen zweige verschiedener Bäume, Pampasgras und Lehm, der zur Erhöhung der Stabilität und Wasserfestigkeit mit Kuhfladen (Fasergehalt) gemischt wird. Die Wände der Hütten bestehen entweder aus Pampasgras- Stroh oder aus Zweigen und sind z.T. mit Lehm verputzt, um im Sommer niedrigere Temperaturen zu erreichen. Stabilität geben 2-3 horizontale Ringe ums Pampasgrasstroh, die über Schnüre aus verdrillten Pampasgrasfasern mit den Zweigen verbunden sind.
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